Montag, 5. November 2018

Montags-Post

Aus Hanna Milling, 
Zitat aus Storytelling-Konflikte lösen mit Herz und Verstand, Wolfgang Metzner Verlag


"Der Brunnenfrosch Nepumuk"


In einem kleinen Brunnen, in dem ein Frosch sein ganzes Leben zugebracht hatte, sprang eines Tages ein anderer Frosch und erzählte, er komme vom Ozean.
"Ozean? Was ist das?",fragte der Brunnenfrosch.
"Ein sehr großer Ort", antwortete der fremde Frosch.
"Wie groß?", wollte der Brunnenfrosch nun wissen und erhielt zur Antwort: "Sehr, sehr groß!"
Doch der Brunnenfrosch wollte es ganz genau wissen und zeichnete mit seinem Fuß einen kleinen Kreis auf die Wasseroberfläche.
"So groß?", fragte er.
Die Antwort lautete: "Nein. Sehr viel größer."
Der Frosch zeichnete nun einen größeren Kreis.
So groß?" "Nein. Noch viel größer."
Da zeichnete der Frosch nun einen Kreis, so groß wie der Brunnen, so groß wie die gesamte ihm bekannte Welt. "So groß?", fragte er schon ungläubig. Aber der Frosch vom Ozean sagte abermals:
"Nein. Viel, viel größer!"
"Lügner!", schimpfte da der Brunnenfrosch, wandte sich entrüstet ab und wollte fortan nichts mehr vom anderen wissen.


Wie verwende ich diese Geschichte? 

Um das aktuelle Weltbild, die aktuelle Situation der Klienten zu erweitern, nutze ich gerne diese Geschichte, denn sie zeigt, wie wir manchmal in unserern Vorstellungen begrenzt und verhaftet sind.

Wenn wir über die Geschichte in einen Dialog kommen und der/die KlientIn über den Brunnenfrosch nachdenkt, zeigen sich oft Parallelen zu eigenen eingrenzenden Gedanken, z.B.:
  • Aus dieser Situation komme ich nicht raus.
  • Das schaffe ich nicht.
  • Immer wieder passiert mir das Gleiche.
In schlimmen Mobbing Situationen und auch in Konflikten wird die aktuelle Situation so existenziell bedrohlich erlebt, dass ein Perspektivwechsel - hier mit dem Brunnenfrosch - eine neue Sichtweise ermöglichen kann.

Über weitere Methoden/ Vorgehensweisen kontaktieren Sie mich:
www.uta-steeb.de
utasteeb@web.de